Eichenreich: Die Wälder im Kreis Ludwigsburg

Junge Eiche.
Junge Eiche.

Keine andere Baumart prägt die Wälder im Landkreis Ludwigsburg so stark wie die Eiche. Mit einem Anteil von 34 Prozent an der Waldfläche ist sie bei uns die häufigste Baumart. Der Kreis Ludwigsburg nimmt damit eine Spitzenposition in Baden-Württemberg ein, da die Eiche landesweit nur auf etwa 8 Prozent der Waldfläche vorkommt. Die Eiche gilt als Hoffnungsträgerin im Klimawandel, sie bietet mehr Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum als jede andere heimische Baumart und ihr Holz findet zahlreiche Verwendungen: vom Bauholz über hochwertige Möbel bis hin zur Herstellung von Barrique-Weinfässern. Waldbesucher erfreuen sich am imposanten Erscheinungsbild einzelner starker Eichen. Eine Baumart also, die die vielen positiven Wirkungen des Waldes wie keine andere verkörpert.

Gerade wegen ihrer vielen Vorzüge genießt die Eiche das besondere Augenmerk der Förster. Denn obgleich die Eiche viele positive Eigenschaften besitzt, so hat sie auch eine große Schwäche, nämlich ihre große Lichtbedürftigkeit. Sie ist der Konkurrenz durch andere Baumarten oder der Brombeere durch deren Schattenwurf und schnellem Wuchs oft nicht gewachsen. Und auch das Rehwild frisst leider mit Vorliebe die Knospen junger Eichen. Die Eiche braucht also Unterstützung und Förderung, damit sie nicht aus unseren Wäldern verdrängt wird.

Dass die Eiche bei uns so häufig vertreten ist, ist deshalb allein auf die bevorzugte Behandlung dieser Baumart durch vorangegangen Generationen von Förstern, Waldarbeitern und Waldbesitzern zurück zu führen. Die Verjüngung der heute oftmals betagten Eichenwälder stellen die Förster vor eine große Herausforderung. Denn vielerorts gibt es zwar alte Eichenbestände, aber an der jungen Generation fehlt es häufig. Damit aber nicht nur in „Altenheime“, sondern auch in „Kindergärten“ und „Schulen“ investiert wird, kommt es auf eine ausgewogene Mischung an. Zur Förderung der nachfolgenden Eichengenerationen benötigen die jungen Eichenwälder viel Licht. Über den kleinen Bäumchen bleiben daher nur noch einzelne alte Bäume übrig. Weil die kleinen wie auch die großen Eichen aber einen großen Bedarf an direktem Sonnenlicht haben, ist dieses Vorgehen schon seit vielen Förster-Generationen erprobt und bewährt. Auch unsere heutigen alten Eichenwälder sind dereinst in solchen aufgelichteten jungen Wäldern begründet worden. Alte Bäume mit besonderen Habitat-Eigenschaften für Vögel, Fledermäuse und Insekten bleiben von der Nutzung natürlich unberührt.

In Sachen natürliche Verjüngung verlässt sich der Förster gern auch auf tierische Helfer, wie Eichhörnchen und Eichelhäher. Die Tiere legen Wintervorräte aus Eicheln an und vergessen regelmäßig einige davon. Ein Glück für Eichen und Förster, da die versteckten Eicheln im folgenden Frühjahr zu keimen beginnen.

Die Eiche ist der Charakterbaum des Landkreises. Damit das so bleibt, ist es weiterhin nötig, zu ihrer Förderung und Unterstützung pflegend in den Wald einzugreifen. 15.8.2018