Eichen-Pflanzaktion im Seewald zum Tag der Wälder am 21. März

„Wenn wir 90 Jahre alt sind, kommen wir hier zusammen wieder her und besuchen unsere Bäume“

„Der Klimawandel schreitet schneller voran als sich die Baumarten anpassen können. Mit Hilfe von kleinflächigen Anpflanzungen klimastabiler Baumarten kann der Wald aber fit für die Anforderungen gemacht werden“, so der Fachmann. Ziel der forstlichen Anstrengungen sind dabei Mischwälder, die sowohl gegenüber Schädlingen, als auch gegenüber Klimaeinflüssen stabiler sind. Diese Wälder entstehen dabei meistens durch einen vorsichtigen Umbau bestehender Waldflächen, manchmal aber auch durch die Schaffung neuer Wälder. Aktiv in diesem Bereich ist insbesondere die Waldinitiative Ludwigsburg, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Waldanteil des aktuell waldärmsten Landkreises Baden-Württembergs zu erhöhen.

 

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Eichen – diese werden deshalb momentan am häufigsten angepflanzt. Denn die Eiche hat viele positive Eigenschaften, die sich in Zeiten des Klimawandels als wertvoll erweisen könnten. Sie wurzelt tief und erreicht so auch in trockenen Jahren meist noch genug Wasser, um zu überleben. Gleichzeitig sorgen die tiefgehenden Wurzeln dafür, dass die Eiche wesentlich stabiler gegenüber Stürmen ist als andere Baumarten. Weitere positive Eigenschaften liegen darüber hinaus im ökologischen Bereich, denn die Eiche beherbergt eine große Artenvielfalt. Das Holz der Eiche ist zudem ein sehr wertvoller, nachgefragter und nachwachsender Rohstoff. Nicht zuletzt haben auch unsere Vorfahren in Zeiten großer Holznot im 19. Jahrhundert diese Vorteile erkannt – dadurch ist die Eiche heute die prägende Baumart im Landkreis Ludwigsburg.

 

Eine solche Eichen-Pflanzung wurde nun von Schülern der Johannes-Kullen-Schule in Korntal im Rahmen eines Waldpädagogischen Programms unter Anleitung von Mitarbeitern des Fachbereichs vorgenommen. Auf der Fläche von einem Hektar werden im Seewald 3.600 Eichen und zusätzlich noch 1.000 andere Laubbäume, darunter auch einige seltene Elsbeeren gepflanzt. Schüler Ole zieht am Ende des Tages folgendes Fazit: „Am besten war, dass Sebi und ich zwei Bäume nebeneinander gepflanzt haben. In 81 Jahren, wenn wir 90 sind, kommen wir hier wieder her und besuchen unsere Bäume.“ Die Schüler leisten mit der Pflanzung von 60 jungen Eichen einen wichtigen Beitrag für ihren Wald und lernen ihn dabei auch gleich besser kennen. Und wenn die Eichen in vielen Jahren groß und stattlich sind, erfreuen sich deren Enkel an ihnen und einem gesunden und vitalen Wald. 20.3.2018