Ehrung von Lebensrettern im Kreishaus – Initiative des Klinikums Ludwigsburg

Landrat Dr. Haas: „Sie sind der beste Beleg, dass das Wissen um eine richtige Reanimation weiter verbreitet werden muss“

Landrat Dr. Rainer Haas (oberste Reihe ganz rechts), Prof. Dr. Götz Geldner (4. von oben ganz rechts) und Gesundheitsdezernent Dr. Thomas Schönauer (5. von oben ganz rechts) mit den Lebensrettern sowie den durch Reanimation Geretteten.
Landrat Dr. Rainer Haas (oberste Reihe ganz rechts), Prof. Dr. Götz Geldner (4. von oben ganz rechts) und Gesundheitsdezernent Dr. Thomas Schönauer (5. von oben ganz rechts) mit den Lebensrettern sowie den durch Reanimation Geretteten.

Rund 15 Personen, die durch Reanimation einem anderen Menschen das Leben gerettet haben, hat Landrat Dr. Rainer Haas am Donnerstag zusammen mit dem Ärztlichen Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Ludwigsburg, Prof. Dr. Götz Geldner, und dem Gesundheitsdezernent Dr. Thomas Schönauer im Kreishaus geehrt. „Jeder kann Leben retten, wenn er in der Lage ist, einem Menschen mit Herz-Kreislaufstillstand zu helfen. Er muss dafür nur die leicht zu erlernende Herz-Lungen-Wiederbelebung beherrschen. Sie sind der beste Beleg dafür, dass das Wissen um eine richtige Reanimation weiter verbreitet werden muss“, sagte der Landrat zu den Teilnehmern bei der Begrüßung. Anwesend waren sowohl Lebensretter als auch Personen, die reanimiert wurden.

Landrat Haas, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH und der Regionalen Kliniken Holding (RKH) ist, verwies in dem Zusammenhang auf ein Projekt an der Mathilde-Planck-Schule, das im Herbst 2013 in Zusammenarbeit mit Ärzten des Klinikums Ludwigsburg gestartet wurde. Dabei werden Schülerinnen und Schüler, die bereits Vorkenntnisse in Erster Hilfe haben, zu Multiplikatoren ausgebildet und geben dann ihren Mitschülern das Wissen weiter, wie man einen Menschen wiederbelebt. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das nach Wunsch des Landrats auf weitere Schulen ausgeweitet werden sollte. „Doch damit nicht genug: Auch am Arbeitsplatz sollte es regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse geben, bei denen die Reanimation behandelt wird“, fuhr er fort.

„Mit der heutigen Veranstaltung möchten wir auf die Bedeutung der Wiederbelebung hinweisen. Laien sollen zur Hilfe ermutigt werden, weil in einer Notsituation jede Minute zählt und es immer besser ist zu helfen, als aus Unkenntnis nichts tun zu können“, sagte Haas. „Daher möchten wir den Menschen, die durch ihr beherztes Eingreifen und sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen Leben gerettet haben, Lob und Anerkennung aussprechen.“ Die Lebensretter würden eine Vorbildfunktion einnehmen, so der Landrat weiter. „Es ist ein Zeichen der Mitmenschlichkeit und Solidarität, Hilfe zu leisten. Das geht uns alle an!“

Bei der sogenannten Laien-Wiederbelebung liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit hinten. Die Niederlande beispielsweise haben eine Quote von 70 Prozent, während Deutschland auf nur 17 Prozent kommt. Um das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, haben der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers die Initiativen „100-pro-reanimation“ und „einlebenretten“ gestartet. Auf 100.000 Einwohner kommen pro Jahr 50 bis 80 Fälle eines Herz-Kreislaufstillstands. Für eine erfolgreiche Wiederbelebung ist der sofortige Beginn der Herzdruckmassage entscheidend: Die Überlebenschance der Patienten kann dadurch verdoppelt bis verdreifacht werden. „Die Notwendigkeit zur Reanimation erkennt man an Bewusstlosigkeit und einem Atemstillstand oder einer nicht normalen Atmung. Die häufigste Ursache ist eine Herzerkrankung, wie der Herzinfarkt, aber auch Verkehrs- oder Badeunfälle und Vergiftungen“, sagte Prof. Götz Geldner, der zugleich auch BDA-Präsident ist. Entscheidend für eine erfolgreiche Wiederbelebung seien drei Dinge, so Geldner: prüfen – rufen – drücken. Das bedeutet: 1. Überprüfen, ob der Verletzte atmet und ansprechbar ist, 2. sofort Hilfe rufen und 3. umgehend mit der Herzdruckmassage beginnen, bei der der Brustkorb des Verletzten mit einer Frequenz von 100 pro Minute etwa fünf Zentimeter tief gedrückt werden muss, solange, bis ein Notarzt oder Rettungssanitäter eintreffen. 6.2.2015