Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg und Stadtbücherei Kornwestheim starten Pilotprojekt in ersten Klassen

Bücherkoffer fördern das Vorlesen in der Familie

Erstklässler der Schillerschule Kornwestheim und von links: Susanne Kiesel, Stadtbücherei Kornwestheim, Miriam Beck, Schulleiterin Schillerschule, Markus Schmitt, Leiter der Bildungsregion, Oberbürgermeisterin Ursula Keck (Schirmherrin), Andrea Thormählen, Projektstelle „Sprachförderung Grundschule“ der Bildungsregion und Dieter Wizemann, Mitglied des Vorstands der „Stiftung Jugendförderung, Arbeit und Soziales der Kreissparkasse Ludwigsburg“.
Erstklässler der Schillerschule Kornwestheim und von links: Susanne Kiesel, Stadtbücherei Kornwestheim, Miriam Beck, Schulleiterin Schillerschule, Markus Schmitt, Leiter der Bildungsregion, Oberbürgermeisterin Ursula Keck (Schirmherrin), Andrea Thormählen, Projektstelle „Sprachförderung Grundschule“ der Bildungsregion und Dieter Wizemann, Mitglied des Vorstands der „Stiftung Jugendförderung, Arbeit und Soziales der Kreissparkasse Ludwigsburg“.

Insgesamt 24 Bücherkoffer reisen von dieser Woche an durch alle ersten Klassen der Kornwestheimer Grundschulen. Stolz haben die Erstklässler der Schillerschule gestern ihre knallroten Koffer entgegengenommen. Mit dem Projekt der Projektstelle Sprachförderung Grundschule der Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg, der Stadtbücherei Kornwestheim und des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg soll das Vorlesen in der Familie gestärkt werden.

„Was ist beim Vorlesen schön?“, fragt Oberbürgermeisterin Ursula Keck, die Schirmherrin des Projekts, die über 80 Erstklässler, die zur Bücherkoffer-Übergabe in die Aula gekommen sind. „Dass man so gemütlich bei der Mama sitzen kann“, antwortet eine Schülerin. Auch was für Vorteile das Lesen hat, können die Schulanfänger der Oberbürgermeisterin spielend beantworten: „Bei Computerspielen steht auch manchmal was.“ – „Man kann in der Zeitung lesen.“ – „Auch in Mathe muss man lesen.“ Oder, ganz einfach: „Lesen macht Spaß.“

Der Lesekoffer ist nicht nur für die Leseanfänger gedacht, sondern auch für die Eltern, Großeltern und Geschwister. „Es geht vor allem darum, dass die Familien ihren Kindern weiter vorlesen. Das macht Mut, sich auch selbst mit Texten zu beschäftigen“, sagt Andrea Thormählen von der Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg.

Ob „Jim Knopf“, der beliebte kleine „Drache Kokosnuss“ oder eine viersprachige Geschichte von frechen Mäusen: Alle Bücher sind neu, sie wurden extra für die Koffer angeschafft. „Aktualität ist uns wichtig. Wir haben so gepackt, dass für alle Kinder etwas dabei sein sollte, das sie lustig oder spannend finden“, sagt Susanne Kiesel von der Stadtbücherei Kornwestheim. In jedem Koffer stecken ein Vorlesebuch, ein Sachbuch, ein Kinderbuchklassiker, ein Hörbuch und ein Buch für die Eltern.

Mehrsprachige Familien werden durch Elternbriefe und Medien in verschiedenen Sprachen gezielt angesprochen. Jeder Erstklässler darf den Bücherkoffer für zwei Wochen mit nach Hause nehmen. Von November bis zu den Sommerferien wird er von einem Kind an das nächste weitergegeben. Die Schillerschule hat acht Koffer – zwei pro Klasse –  erhalten. Susanne Kiesel wird in dieser Woche auch die ersten Klassen der Eugen-Bolz-Schule, der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule, der Silcherschule und der Eugen-Bolz-Förderschule mit Koffern versorgen. Insgesamt werden etwa 250 Familien erreicht.

Ziel des Projekts ist, den Kontakt zwischen Schule, Familie und der örtlichen Bibliothek zu stärken, das Lesen als attraktives Freizeitangebot in den Blickpunkt zu rücken und jede Familie mit Büchern und Medien in Berührung zu bringen. Gezeigt werden soll auch, dass Bücher nicht nur die Fantasie anregen, sondern auch ganz konkret im Alltag helfen.

Die Kosten für die Bücher und die Koffer haben die Stadtbücherei Kornwestheim und die Projektstelle Sprachförderung der Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg gemeinsam finanziert. Die von der Stiftung der Kreissparkasse Ludwigsburg „Jugendförderung, Arbeit und Soziales“ mit 50.000 Euro jährlich finanzierte Projektstelle Sprachförderung spendete 24 Koffer und die interkulturellen Bücher. Sprachförderung ist dem Geldinstitut wichtig: „Wir möchten vor allem Kinder mit Migrationshintergrund unterstützen. Wer die Sprache nicht kann, tut sich schwer“, sagt Dieter Wizemann, Mitglied des Vorstands der Stiftung „Jugendförderung, Arbeit und Soziales“. Großzügig beteiligte sich auch die Stadtbücherei Kornwestheim. Sie stellte jeweils vier Medien pro Koffer und das Maskottchen, die Lesemaus Eddi, zur Verfügung. Das Konzept wird zunächst in Kornwestheim erprobt und soll auf weitere Kommunen im Landkreis übertragen werden. 13.11.2014