Auftakt für Impfprojekt „#Kleiner Pix, Mega Schutz ;)“ am Beruflichen Schulzentrum Römerhügel

„Impfschutz im Reisegepäck“ wichtig für Urlaub und Schüleraustausch

Die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung.
Die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung.

Impfungen bei jungen Menschen standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung des Landratsamt-Gesundheitsdezernats, die kürzlich mit sechs Klassen der Robert-Franck-Schule, der Mathilde-Planck-Schule und der Oscar-Walcker-Schule in der Aula des Beruflichen Schulzentrums am Römerhügel in Ludwigsburg stattfand. Sie war der Auftakt für das Impfprojekt „#Kleiner Pix, Mega Schutz ;-)“. Mit diesem Projekt sollen junge Menschen zu einem besseren Impfschutz motiviert werden.

Kai Rosum, Schulleiter der Mathilde-Planck-Schule, begrüßte den Gesundheitsdezernenten des Landratsamts, Dr. Thomas Schönauer, die Kinder- und Jugendärztin Dr. Eleonore Volz-Münch und Dr. Uschi Traub vom Landratsamt, den Zeckenexperten Dr. Rainer Oehme vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg und Dr. Birgit Wohland-Braun vom Krebsverband Baden-Württemberg e.V. sowie rund 130 Schülerinnen und Schüler der drei Schulen.

Junge Menschen sind besonders gefährdet, an Krankheiten zu erkranken, denen man durch Impfen vorbeugen kann. Denn sie gehen ungern zum Arzt, unternehmen häufig Rucksack- und Last-Minute-Reisen und der Impfschutz aus der Kindheit reicht oft nicht mehr ohne Auffrischung aus. „Impfschutz im Reisegepäck“ ist wichtig für Urlaub und Schüleraustausch – hier ist eine rechtzeitige, qualifizierte reisemedizinische Beratung notwendig. Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sind eine unterschätzte Gefahr für junge Erwachsene und können gravierende Komplikationen haben. Zecken übertragen hauptsächlich zwei Krankheiten: die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und die Borreliose. Gegen die FSME gibt es eine Impfung, aber keine Behandlung, gegen Borreliose eine Behandlung, aber keine Impfung. Impfungen spielen auch eine wichtige in der Krebs-Prävention, z.B. die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) bei Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs und Scheidenkrebs und die Hepatitis B-Impfung bei Leberkrebs.

Den Experten und Expertinnen wurden Fragen gestellt wie: „Ist es nicht zu belastend für den Körper, wenn er zu viele Impfungen auf einmal bekommt?“, „Ist es problematisch, wenn jemand, der schon geimpft ist, nochmal geimpft wird?“, „Macht es Sinn auch Jungs gegen HPV zu impfen?“ Mehrfachimpfungen sind nicht schädlich, wer diese allerdings vermeiden will, sollte seine Impfungen immer auf dem aktuellen Stand halten und rechtzeitig zur reisemedizinischen Beratung kommen. Auch eine „Überimpfung“ ist, abgesehen von eventuellen Lokalreaktionen, unproblematisch. Es ist durchaus sinnvoll auch Jungen vor HPV zu schützen. Mit der erhöhten Migration nach Deutschland können längst vergessene Infektionen bei uns wieder auftreten.

Im Rahmen einer Studie aus Nordrhein-Westfalen wurden größere Defizite beim Impfstatus von Berufsschülern festgestellt. 78 Prozent der 2011 befragten Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 25 Jahren hatten akuten Impfbedarf, vor allem gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten. Nur jede zweite Jugendliche/junge Frau war gegen HPV geimpft. Bei jedem fünften Schüler/Schülerin fehlte die zweite Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln.

Zur Durchimpfung in der Altersgruppe 16 bis 25 Jahre gibt es keine Zahlen für den Landkreis Ludwigsburg. Das Impfprojekt „#Kleiner Pix, Mega Schutz ;)“ möchte mit einer Befragung, einer Impfausweis-Überprüfung und einem Plakatwettbewerb einige Informationslücken schließen und junge Menschen zu einem besseren Impfschutz motivieren. 17.11.2015