Agentur für Arbeit, Schulamt und Landkreis unterzeichnen Kooperationsvereinbarung:

„Jugendberufsagentur Landkreis Ludwigsburg“ soll Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf Orientierung geben

Sitzend von links: Martin Scheel (Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg), Elke Schnaithmann (Stellvertretende Leiterin des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg) und Heiner Pfrommer (Sozialdezernent des Landratsamts) sowie stehend von links: Günter Baumgärtner vom Staatlichen Schulamt Ludwigsburg und Karl Thumberger (Leiter des Landratsamt-Fachbereichs „Jugendhilfe – Planung, Verwaltung, Prävention“).
Sitzend von links: Martin Scheel (Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg), Elke Schnaithmann (Stellvertretende Leiterin des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg) und Heiner Pfrommer (Sozialdezernent des Landratsamts) sowie stehend von links: Günter Baumgärtner vom Staatlichen Schulamt Ludwigsburg und Karl Thumberger (Leiter des Landratsamt-Fachbereichs „Jugendhilfe – Planung, Verwaltung, Prävention“).

Die Kooperationsvereinbarung zur „Jugendberufsagentur Landkreis Ludwigsburg“ haben Vertreter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, des Staatlichen Schulamtes Ludwigsburg und des Landkreises Ludwigsburg am Dienstag unterzeichnet. Das Angebot soll Jugendliche, die vom Jugendhilfeträger – also dem Landkreis –, vom Jobcenter oder von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit betreut werden, umfassend beraten, unterstützen und ihnen Perspektiven eröffnen sowie den Kontakt zu möglichen Anlaufstellen vermitteln. Die Einrichtung dieses Netzwerkes in den einzelnen Landkreisen wurde im Koalitionsvertrag der Großen Koalition verankert. Im Zentrum steht die Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen.

„Bei der Gestaltung der Übergänge von der Schule in die Ausbildung zeigte sich, dass eine beständige, kommunale Koordinierung notwendig ist und kreisfreie Städte und Landkreise über die besten Voraussetzungen zur Wahrnehmung dieser koordinierenden Aufgabe verfügen“, stellte der Berufsbildungsbericht 2014 fest. Diese Aufgabe möchten die Kooperationspartner mit der neuen Vereinbarung nun angehen.

Junge Menschen, die vom Jugendhilfeträger, vom Jobcenter oder von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit betreut werden, benötigen oft Unterstützung im persönlichen, familiären, sozialen und beruflichen Bereich. Schulverweigerung oder Schulversagen, fehlende Unterstützung durch das Elternhaus, begrenzte finanzielle Mittel, Erfahrungen mit Suchtmitteln oder Wohnungslosigkeit machen ein über die Grenzen der jeweiligen Träger hinweg koordiniertes und abgestimmtes Hilfeangebot notwendig. „Wir brauchen jeden“, „Keiner soll verloren gehen“ oder „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sind bekannte Sätze in diesem Zusammenhang. Die „Jugendberufsagentur“ möchte ein Netzwerk sein, das eine verbindliche Zusammenarbeit von Agentur für Arbeit, Jobcenter und Jugendhilfeträger sicherstellt. Sie stellt jedoch keine neue Institution dar. Die Mitarbeiter der Kooperationspartner verbleiben bei ihren jeweiligen Arbeitgebern, und es gibt keine Änderungen im Hinblick auf Fallverantwortlichkeit und Kostenträgerschaft.

„Mit der Jugendberufsagentur wird eine praxisnahe, möglichst frühzeitige Unterstützung, Beratung und Förderung junger Menschen angestrebt. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, mit den Schulen im Landkreis eng zusammen zu arbeiten. Damit soll verhindert werden, dass Jugendliche im Anschluss an ihre Schulzeit beruflich scheitern oder zu scheitern drohen, bevor entsprechende arbeitsmarktpolitische Instrumente zum Einsatz kommen“, sagt Landrat Dr. Rainer Haas. Aufgabe der „Jugendberufsagentur“ ist es auch, ein Netzwerk im Landkreis zu entwickeln und dabei die offene Jugendarbeit, die Schulsozialarbeit und die Mobile Jugendarbeit einzubeziehen. Hierzu gehört auch die Verzahnung mit Betrieben und Kammern und die Zusammenarbeit mit den zukünftig eingesetzten und von der Agentur für Arbeit finanzierten „Berufseinstiegsbegleitern“ an ausgewählten Schulen im Landkreis.

Damit junge Menschen nicht in einem „Labyrinth der Zuständigkeiten“ untergehen, hat die Große Koalition von CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag zum Thema „Übergang Schule-Ausbildung-Beruf“ Folgendes festgeschrieben: „Die beste und effizienteste Vorsorge gegen Ausbildungsabbrüche und lange Zeiten von Arbeitslosigkeit im Lebensverlauf sind passgenaue und tragfähige Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beruf. Daher wollen wir den erfolgreichen Ausbildungs- und Berufseinstieg für leistungsschwache Jugendliche erleichtern und gezielt begleiten. Flächendeckend einzurichtende Jugendberufsagenturen sollen die Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern II, III und VIII für unter 25-Jährige bündeln. Datenschutzrechtliche Klarstellungen sollen den notwendigen Informationsaustausch erleichtern.“ 9.6.2015