25 Jahre Deutsche Einheit: Sonderveranstaltung zur Ausstellung „Unter Druck“ im Kreishaus

Landrat Dr. Rainer Haas: Die Partnerschaft mit dem Landkreis Zwickau ist bis heute lebendig

Die Ausstellung "Unter Druck" ist bis 23. Oktober im Kreishausfoyer zu sehen.
Die Ausstellung "Unter Druck" ist bis 23. Oktober im Kreishausfoyer zu sehen.

Als Beitrag zu 25 Jahre Deutsche Einheit zeigt der Landkreis noch bis 23. Oktober im Foyer des Kreishauses die Ausstellung „Unter Druck – die Zeitungen der Friedlichen Revolution“. Bei einer Sonderveranstaltung zur Ausstellung sagte Landrat Dr. Rainer Haas am Freitag: „Die Ausstellung zeigt, dass es ohne Presse- und Meinungsfreiheit keine Freiheit gibt. Die Menschen in der früheren DDR haben sich diese Freiheit mit friedlichen Mitteln erkämpft und damit die deutsche Wiedervereinigung ermöglicht. Heute sind wir im vereinten Europa ein freies und vereintes Land, in dem zusammengewachsen ist, was zusammengehört.“ Der Chef der Kreisverwaltung erinnerte daran, dass der Landkreis Ludwigsburg ab 1990 Aufbauhilfe geleistet hat in den damaligen Landkreisen Bischofswerda, Chemnitz und Niesky und sich daraus die Partnerschaft des Landkreises Ludwigsburg mit dem heutigen Landkreis Zwickau entwickelt hat.

„Diese Partnerschaft ist bis heute lebendig durch Besuche, Begegnungen und Veranstaltungen – von ihr profitieren beide Seiten“, sagte Landrat Haas. Als Beispiele nannte er die regelmäßige Teilnahme des Landkreises Zwickau mit einem schönen Stand am jährlichen Spätlingsmarkt im Kreishaus und der Jugendaustausch der Mobilen Jugendarbeit des Landkreises Ludwigsburg mit entsprechenden Einrichtungen im sächsischen Partnerlandkreis. „Neben dem Fußballturnier nimmt dabei die gemeinsam verbrachte Zeit breiten Raum ein, um sich kennenzulernen und festzustellen, dass die Altersgenossen die gleichen Herausforderungen haben. Wir hoffen, dass die wertvolle und liebgewonnene Tradition des Jugendaustauschs mit dem Landkreis Zwickau auch in Zukunft fortgesetzt werden kann“, sagte Landrat Haas.

Danach ging er auf die Zeit Anfang der 90er Jahre ein, als der Landkreis Ludwigsburg die damaligen Landkreise Bischofswerda, Chemnitz und Niesky beim Aufbau der Verwaltungen unterstützte. Die sächsischen Landkreise waren damals auf den Landkreis Ludwigsburg mit der Bitte um Hilfe zugekommen. „Mein Vorgänger, Herr Landrat Dr. Hartmann, hat diese Unterstützung sofort zugesagt und mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachdrücklich in die Tat umgesetzt“, stellte Haas fest. So half beispielsweise der damalige Leiter des Kreisprüfungsamts in den sächsischen Landkreisen bei der Koordination der Personalhilfen. Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts gingen für einige Zeit in die befreundeten Landkreise, um diesen dabei zu helfen, die Finanzwirtschaft in eine öffentliche Haushalts- und Finanzwirtschaft der Selbstverwaltung zu überführen. Insgesamt stellte der Landkreis 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Mitarbeit vor Ort in den sächsischen Landkreisen zur Verfügung, außerdem wurden Mitarbeiter der befreundeten Kreise im Landratsamt Ludwigsburg geschult und konnten hier mitarbeiten. Weitere Unterstützung gab es durch Sachleistungen, wie Bürogeräte und -material, Rechtsberatung, Hilfe beim Katastrophen- und Brandschutz sowie in den neuen Bereichen Sozialhilfe, Wohngeld, Ausbildungsförderung und Jugendhilfe. Auch die Beruflichen Schulen des Landkreises halfen ihren Pendants in den befreundeten Landkreisen mit fachlicher Beratung und Ausstattungsgegenständen für die Werkstätten, die neu eingerichtet werden mussten, da es bis dahin keine fachpraktische Ausbildung und somit keine Schulwerkstätten gab.

Die Ausstellung „Unter Druck – die Zeitungen der Friedlichen Revolution“ wurde konzipiert und verwirklicht vom Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e. V. Werdau (Landkreis Zwickau). Die 23 Bildtafeln beleuchten schwerpunktmäßig die Pressezensur und die Rolle der Presse bei der Friedlichen Revolution in der DDR. Dabei widmet sich die Ausstellung auch den 43 parteiunabhängigen Zeitungen, die Ende 1989 und Anfang 1990 bis zur Volkskammerwahl am 18. März 1990 gegründet wurden und engagiert die Demokratisierung der DDR im Nachgang der Friedlichen Revolution begleitet haben. Schließlich bietet die Schau auch einen Abriss über Presse und Pressefreiheit von 1605 bis 1945 in Deutschland. Die Ausstellung ist bis 23. Oktober im Eingangsbereich des Ludwigsburger Kreishauses, Hindenburgstraße 40, während der Öffnungszeiten des Kreishauses zu sehen: montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr. 9.10.2015