18. Jugend-Naturschutzcamp von Komitat Pest und Landkreis Ludwigsburg

Beeindruckender Besuch bei Bienenfresserkolonie

Deutsche und ungarische Camp-Teilnehmer haben die besonders schützenswerte Flora der Sanddünen im Partnerlandkreis Komitat Pest gepflegt, indem sie aus Amerika eingeschleppte Seidenpflanzen zurückdrängten.
Deutsche und ungarische Camp-Teilnehmer haben die besonders schützenswerte Flora der Sanddünen im Partnerlandkreis Komitat Pest gepflegt, indem sie aus Amerika eingeschleppte Seidenpflanzen zurückdrängten.

Gastgeber des 18. Jugend-Naturschutzcamps, das seit 1998 abwechselnd im ungarischen Komitat Pest und im Landkreis Ludwigsburg stattfindet, war in diesem Jahr wieder die Gemeinde Tápiószentmárton im Komitat Pest, mit dem der Landkreis seit 1992 partnerschaftliche Beziehungen unterhält. 17 Schüler und junge Erwachsene aus dem Landkreis Ludwigsburg nahmen in der zweiten Juni-Hälfte daran teil, zusätzlich waren vier ungarische Jugendliche mit von der Partie, die bereits im vergangenen Jahr in Ludwigsburg dabei waren.

Untergebracht wurden die Teilnehmer des Camps in der für Schülergruppen neu errichteten und von der EU geförderten Unterkunft in Tápiószentmárton. Sie bietet Platz für insgesamt 30 Personen und kann insbesondere für umweltpädagogische Sommer-Ferienlager von Jugendlichen genutzt werden. Dr. Rolf Gastel von der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts leitete das Camp zusammen mit Jasmin Götz, die zurzeit ein Praktikum beim Landratsamt absolviert und bereits vor vier Jahren Teilnehmerin des Jugend-Naturschutzcamps war. Zum Komitat Pest bestehen seit 1992 partnerschaftliche Beziehungen, und so ist – neben dem Naturschutzzentrum – auch der Bau der Jugendunterkunft ein gemeinsamer Erfolg der langjährigen Beziehungen mit einem Schwerpunkt im Naturschutz. Innerhalb des Tápió-Gebiets ist das Tápió-Haita-Naturschutzgebiet ausgewiesen worden. Es ist insgesamt 4500 Hektar groß und wird von der Nationalparkdirektion Donau-Ipoly verwaltet, die auch vor Ort ein Büro mit zwei hauptamtlichen Rangern unterhält. Ökologisch wertvoll sind ausgedehnte Schilfgebiete, Feuchtwiesen, steppenartige Salzwiesen, Still- und Fließgewässer sowie Binnensanddünen und Lößhügelgebiete mit Vorkommen vieler bedrohter und teils nur in Ungarn vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Mit Hilfe der gemeinsam von Komitat Pest, 19 Tápió-Gemeinden, der Ungarischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz MME sowie dem Landkreis Ludwigsburg gegründeten Tápió-Stiftung sollen die ökologisch wertvollen Bereiche Naturschutzgebiete im 780 Quadratkilometer großen Tapió-Gebiet in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung erhalten werden. In der Nachbargemeinde Farmos wurde bereits ein modernes Naturschutzzentrum mit Ausstellungen und Informationen zum Tápió-Projekt eingerichtet. Das Programm der Gruppe bestand in Exkursionen in typische Lebensräume, dem Besuch des Bauernhofmuseums in Ocsa sowie des Blaskovich-Museums, das die Lebensweise des früheren Landadels zeigt. Daneben gab es auch praktische Landschaftspflege-Einsätze, bei denen Neophyten, also nicht heimische und invasive Pflanzenarten, wie Robinien und Seidenpflanzen, entfernt wurden, die sehr selten gewordene Lebensräume überwachsen und die ursprünglichen Arten bedrohen. Besonders beeindruckend für die Teilnehmer war der Besuch der größten europäischen Bienenfresserkolonie mit über 250 Brutpaaren. Dabei handelt es sich um tropisch bunte und laut rufende Vögel, die Insekten, unter anderem Bienen, im Flug erbeuten und in selbst gegrabenen Röhren in Lößwänden brüten. 14.7.2014