Stationäre Pflege-Einrichtungen

Ein Sprichwort sagt: "Einen alten Baum verpflanzt man nicht." Viele ältere Menschen möchten so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen. Trotz der Unterstützung durch Familienangehörige und ambulante Pflegedienste ist es nicht immer möglich, die Versorgung zu Hause zu gewährleisten. Der Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung ist dann die beste Lösung: Die Pflege ist sichergestellt, Angehörige müssen nicht bis zum Ende ihrer Kraft die Pflege übernehmen.

Die Auswahl eines Pflegeplatzes sollte sehr sorgfältig erfolgen, da zum einen je nach Pflegebedürftigkeit unterschiedliche Anforderungen notwendig sind und zum anderen jeder Mensch spezielle Vorstellungen hat, wie er leben möchte. Die einen bevorzugen eine wohnortnahe Versorgung in einem kleinen Heim, andere das Angebot von größeren Heimen.

Die Broschüre Stationäre Pflege-Einrichtungen bietet Ihnen einen Überblick über die gesamte Angebotsstruktur von stationären Pflegeeinrichtungen im Landkreis Ludwigsburg und erleichtert Ihnen die Suche.

Pflegestützpunkte

Pflegestützpunkt Baden-Württemberg Landkreis Ludwigsburg

Informationen zum Pflegestützpunkt Landkreis Ludwigsburg finden Sie hier.

 

Pflegestützpunktverbund der Städte im Landkreis

Informationen zum Pflegestützpunktverbund der Städte im Landkreis finden Sie hier.

 

 

Die Suche nach einer stationären Einrichtung

Für die Wahl eines Pflegeplatzes gibt es verschiedene Kriterien, die für Ihre persönliche Entscheidung wichtig sein können: 

  • die angebotenen Leistungen
  • schnelle Verfügbarkeit eines Platzes
  • Lage des Hauses mit seiner Verkehrsanbindung
  • Größe des Hauses
  • Träger der Einrichtung
  • die Betreuung von Menschen mit Demenz
  • die Kosten
  • Größe und Ausstattung der Zimmer
  • und weitere persönliche Schwerpunkte.

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, empfehlen wir Ihnen, sich von den in Frage kommenden Einrichtungen einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.

In der Broschüre Stationäre Pflege-Einrichtungen sind alle stationären Pflegeeinrichtungen des Landkreises aufgeführt. Jedes Haus ermöglicht Eigen- bzw. Teilmöblierung und hat Anschlüsse für Radio und Fernsehen. In der Regel verfügen die Zimmer über ein eigenes Bad.

Ergänzend zu den Betreuungs- und Beschäftigungsangeboten können in einer Pflegeeinrichtung zusätzliche Betreuungsleistungen angeboten werden. Die Betreuungsangebote können individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Menschen ausgerichtet werden. Das zusätzliche Angebot  wird  von der Pflegeversicherung ohne Anrechnung auf den Pflegesatz finanziert.

 

Die Pflegeversicherung ab 01.01.2017

Die Pflegeversicherung wurde mit den Pflegestärkungsgesetzen in mehreren Schritten reformiert.

Seit 1. Januar 2017 beruht die Pflegeeinstufung auf einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und dem damit verbundenen neuen Begutachtungsverfahren. Die Zuordnung erfolgt in fünf Pflegegrade.

Zentraler Maßstab ist der Grad der Selbstständigkeit eines Menschen und das Angewiesensein auf personelle Unterstützung. Bei der Begutachtung werden sechs Lebensbereiche („Module“) betrachtet: Neben den seitherigen Bereichen Selbstversorgung (Körperpflege, Ernährung usw.) und Mobilität werden nun auch kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheitsspezifischen/therapiebedingten Anforderungen und die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte berücksichtigt.

Einrichtungskosten

Man unterscheidet Regelleistungen und Zusatzleistungen.

Die Kosten für die Regelleistungen setzen sich wie folgt zusammen:

  1. Entgelt für die allgemeinen Pflegeleistungen, Behandlungspflege und soziale Betreuung sowie die Ausbildungsumlage (pflegebedingte Kosten)
  2. Entgelt für Unterkunft und Verpflegung
  3. Entgelt für nicht geförderte Investitionskosten (Kosten für Gebäudeabnutzung, Miete, Inventar, etc.)

Im Rahmen der Pflegeversicherung beteiligt sich die Pflegekasse an den pflegebedingten Kosten.

Voraussetzung ist die Zuordnung in einen Pflegegrad, der nach Antrag bei der Pflegekasse vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgelegt wird.

Die monatlichen Leistungen betragen:

Pflegegrad 1125 €
Pflegegrad 2770 €
Pflegegrad 31.262 €
Pflegegrad 41.775 €
Pflegegrad 52.005 €

Neben den neu eingeführten Pflegegraden hat sich auch die Berechnungssystematik der Heimkosten  geändert.

Der pflegebedingte Kostenanteil bei den Pflegegraden 2 bis 5 ist jetzt für alle Bewohner einer Einrichtung gleich.Dieser sogenannte Einrichtungseinheitliche Eigenanteil“ wurde 2016 errechnet und berücksichtigt sowohl pflegebedingte Kosten und Bewohnerstruktur der einzelnen Einrichtungen als auch die Leistungen der Pflegeversicherung. Die Ausbildungsumlage ist im Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil nicht enthalten.

Für die Bewohner bedeutet dies, dass sie bei zunehmender Pflegebedürftigkeit und einem damit verbundenen Wechsel in einen höheren Pflegegrad keine höheren pflegebedingten Kosten haben.

Für Pflegegrad 1 gilt der einrichtungseinheitliche Eigenanteil nicht. Der Betrag berechnet sich hier direkt nach der Höhe der pflegebedingten Kosten abzüglich 125 €.

Neu ist auch, dass bei der monatlichen Kostenrechnung nicht mehr taggenau abgerechnet wird, sondern mit einem einheitlichen Monatsbetrag; d.h. der Monat Februar mit 28 Tagen kostet genau so viel wie der Monat Juli mit 31 Tagen. Bei abweichender Monatsanwesenheit gilt weiterhin die taggenaue Abrechnung.

Der Monatsbetrag wird berechnet, indem die Tagessätze mit 30,42 multipliziert werden.

Die übersteigenden pflegebedingten Kosten, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten sind selbst zu tragen. Wenn das eigene Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, die Kosten zu decken, kann beim zuständigen Sozialhilfeträger oder bei Anspruchsberechtigen bei der Kriegsopferfürsorge bzw. Beihilfe ein Antrag auf Übernahme ungedeckter Kosten gestellt werden.

In der Broschüre Stationäre Pflege-Einrichtungen werden alle Kostenanteile als Monatspreise aufgeführt. Beim Gesamtpreis wurde der höhere Investitionskostenanteil berücksichtigt.

Beim Gesamtpreis, also den maximal verbleibenden Kosten, ist der Zuschuss der Pflegekasse schon abgezogen. Sie erhalten so einen Überblick, was der Pflegeheimplatz im Höchstfall pro Monat kostet.

Zusatzleistungen sind besondere Komfortleistungen bei Unterkunft und Verpflegung sowie zusätzliche pflegerische/betreuende Leistungen. An den Kosten für Zusatzleistungen beteiligen sich weder die Pflegekasse noch der Sozialhilfeträger. Zusatzleistungen sind von der Bewohnerin/dem Bewohner individuell wählbar und müssen vor Inanspruchnahme vereinbart werden. Kosten für Zusatzleistungen werden in der Broschüre Stationäre Pflege-Einrichtungen nicht aufgeführt.

MDK-Pflegenote

Mit Pflegenoten werden Pflegeeinrichtungen bewertet, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch XI - Soziale Pflegeversicherung - erbringen. Hierbei handelt es sich um ein bundesweites Instrumentarium, mit dem die Qualität der Pflegeheime transparent und einheitlich dargestellt werden soll.

Einmal jährlich soll vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) eine Prüfung der stationären Einrichtungen vorgenommen werden.

Es werden vier Prüfbereiche bewertet, die dann eine Gesamtnote ergeben. Vergeben werden bei der Bewertung die Notenbereiche sehr gut (1,0) bis mangelhaft (5,0).

Bei den vier Prüfbereichen handelt es sich um folgende Themengebiete:

  • Pflege und medizinische Versorgung
  • Umgang mit demenzkranken Bewohnern
  • Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung
  • Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene

Die vier Prüfbereiche werden gleichmäßig gewichtet.

Der zusätzliche fünfte Prüfbereich umfasst die Befragung der Bewohner, das Ergebnis fließt allerdings nicht in die Gesamtwertung ein.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Internetadressen:

www.aok-pflegeheimnavigator.de 
www.bkk-pflegefinder.de 
www.pflegelotse.de 
www.pflegenoten.de 

Ihre Rechte

Sie schließen mit der Einrichtung einen Vertrag ab. Hier werden u.a. die Leistungen und die Kosten geregelt.

Der Vertrag muss von der Bewohnerin/dem Bewohner selbst oder einer/einem Bevollmächtigten bzw. einer gesetzlichen Betreuerin/einem gesetzlichen Betreuer unterschrieben werden. Grundsätzlich gelten in den stationären Pflegeeinrichtungen das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) und das Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz (WTPG).

Die Heimaufsichtsbehörde kontrolliert die stationären Einrichtungen im Landkreis. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zu überwachen und Missstände durch Beratung, Anordnungen und Auflagen zu beseitigen.

Prüfungen erfolgen regelmäßig und im Bedarfsfall. Die Heimaufsichtsbehörde nimmt auch Beschwerden von Bewohnerinnen/Bewohnern der Einrichtungen und deren Angehörigen entgegen.

Die aktuelle Broschüre Stationäre Pflege-Einrichtungen finden sie hier.

Weitere Informationen