Kurzzeitpflege

Viele Menschen bevorzugen es, in vertrauter Umgebung von nahe stehenden Personen gepflegt zu werden. Die Bereitschaft von pflegenden Angehörigen, ihren Partner, ihre Eltern oder Schwiegereltern zu Hause zu pflegen, ist noch nie so groß gewesen wie heute. Pflege findet daher in der Regel zu Hause statt und nicht in stationären Pflegeeinrichtungen.

Um die körperlich und auch psychisch sehr belastende Pflege durchhalten zu können, ist es notwendig, dass pflegende Angehörige sich Zeit für sich nehmen, um zu entspannen, Urlaub zu machen oder eigene Krankheiten im Krankenhaus behandeln zu lassen bzw. zur Kur zu gehen. Aber auch wenn andere Aufgaben wie Familienfeiern oder Weinlese Zeit erfordern, kann manchmal die Pflege nicht noch zusätzlich gewährleistet werden. Die Kurzzeitpflege ist hierfür eine gute Lösungsmöglichkeit.

Wir möchten Ihnen helfen, sich für einen vorübergehenden Zeitraum zu entspannen, sich von der Pflegearbeit zu erholen oder Zeit für andere Aufgaben zu haben.

Die Broschüre Kurzzeitpflege soll Ihnen eine Hilfe auf der Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz sein.

Pflegestützpunkte

Pflegestützpunkt Baden-Württemberg Landkreis Ludwigsburg

Informationen zum Pflegestützpunkt Landkreis Ludwigsburg finden Sie hier.

 

Pflegestützpunktverbund der Städte im Landkreis

Informationen zum Pflegestützpunktverbund der Städte im Landkreis finden Sie hier.

  

Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege ist ein zeitlich begrenzter Aufenthalt in einer stationären Pflegeeinrichtung. Sie dient als Hilfe und Entlastung für Angehörige, die die Pflege während eines eigenen Urlaubs, Kur oder Krankenhausaufenthalts sicherstellen müssen. Die Kurzzeitpflege dient aber auch zur Überbrückung nach einem Krankenhausaufenthalt, wenn die häusliche Versorgung nicht sofort gewährleistet werden kann. Während der Kurzzeitpflege wird der pflegebedürftige Mensch rund um die Uhr in einer stationären Einrichtung betreut und gepflegt. Die Pflegekräfte begleiten den Kurzzeitgast durch den Tag und helfen wenn nötig bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens.

In den Pflegeeinrichtungen können auch zusätzlich spezielle therapeutische Maßnahmen erbracht werden, die jedoch rechtzeitig ärztlich verordnet sein müssen.

Man unterscheidet in der Kurzzeitpflege zwischen kurzfristig und langfristig reservierbaren Plätzen.

Die langfristig reservierbaren Plätze werden das gesamte Jahr ausschließlich für die Kurzzeitpflege genutzt und können mehrere Monate im Voraus gebucht werden.

Bei den kurzfristig reservierbaren Plätzen kann ein freigewordener Pflegeplatz auch von einem Kurzzeitpflegegast genutzt werden. Da die Einrichtungen im Vorfeld nicht wissen, wann ein Platz frei wird, können die eingestreuten Kurzzeitpflegeplätze i.d.R. nur kurzfristig gebucht werden.

Für die Planung eines Urlaubs des pflegenden Angehörigen sind daher die Einrichtungen auszuwählen, die das Merkmal einer langfristigen Reservierung führen.

Sollten Sie einen Platz suchen, weil beispielsweise der pflegende Angehörige ins Krankenhaus muss, kann vorrangig auf das Merkmal der kurzfristigen Reservierung im Adressenteil der Broschüre Kurzzeitpflege geachtet werden.

Die Pflegeversicherung ab 01.01.2017

Die Pflegeversicherung wurde mit den Pflegestärkungsgesetzen in mehreren Schritten reformiert.

Seit 1. Januar 2017 beruht die Pflegeeinstufung auf einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und dem damit verbundenen neuen Begutachtungsverfahren. Die Zuordnung erfolgt in fünf Pflegegrade.

Zentraler Maßstab ist der Grad der Selbstständigkeit eines Menschen und das Angewiesensein auf personelle Unterstützung. Bei der Begutachtung werden sechs Lebensbereiche („Module“) betrachtet:
Neben den seitherigen Bereichen Selbstversorgung (Körperpflege, Ernährung usw.) und Mobilität werden nun auch kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheitsspezifischen/therapiebedingten Anforderungen und die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte berücksichtigt.

Kosten der Kurzzeitpflege

Man unterscheidet Regelleistungen und Zusatzleistungen.

Regelleistungen
Im Rahmen der Pflegeversicherung beteiligt sich die Pflegekasse an den pflege- bedingten Kosten. Voraussetzung ist die Zuordnung zu den Pflegegraden 2 - 5.

Die Zuordnung in Pflegegrade erfolgt nach einem Antrag bei der Pflegekasse durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).

Weitere Kriterien sind eine Anspruchsdauer von acht Wochen im Kalenderjahr und ein jährlicher Höchstbetrag von 1.612 €.

Die übersteigenden pflegebedingten Kosten, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten sind vom Kurzzeitpflegegast selbst zu bezahlen.

Wenn das eigene Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, die Kosten zu decken, kann beim zuständigen Sozialhilfeträger oder bei Anspruchsberechtigen bei der Kriegsopferfürsorge bzw. Beihilfe ein Antrag auf Übernahme ungedeckter Kosten gestellt werden.

Zusatzleistungen sind besondere Komfortleistungen bei Unterkunft und Verpflegung sowie zusätzliche pflegerische/betreuende Leistungen. An den Kosten für Zusatzleistungen beteiligen sich weder die Pflegekasse noch der Sozialhilfeträger. Zusatzleistungen sind individuell wählbar und müssen vor Inanspruchnahme vereinbart werden. Kosten für Zusatzleistungen werden in der Broschüre Kurzzeitpflege nicht aufgeführt.

Entlastungsbetrag
Der Entlastungsbetrag hat am 01.01.2017 den seitherigen Betreuungs- und Entlastungsbetrag abgelöst und beträgt für alle Pflegegrade einheitlich 125 € monatlich. Er ist zweckgebunden und kann auch für Kosten der Kurzzeitpflege eingesetzt werden.

Verhinderungspflege/Ersatzpflege

Wenn die/der Pflegebedürftige mindestens sechs Monate im häuslichen Bereich gepflegt wurde und die Pflegegrade 2 - 5 vorliegen, besteht ein Anspruch auf Leistungen der Verhinderungs-/Ersatzpflege. Der jährliche Höchstbetrag liegt bei 1.612 €.

Nicht in Anspruch genommene Mittel der Verhinderungs-/Ersatzpflege können zur Finanzierung der Kurzzeitpflege eingesetzt werden.

Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegeeinstufung

Unter bestimmten Voraussetzungen kann Kurzzeitpflege auch ohne Pflegeeinstufung in Anspruch genommen werden, wenn die häusliche pflegerische Versorgung nicht ausreicht. Dies kann bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit der Fall sein, des Weiteren nach Entlassung aus dem Krankenhaus, nach ambulanten Krankenhausbehandlungen oder ambulanten Operationen. Gesetzliche Grundlage ist die Krankenversicherung SGB V, § 39 c.

MDK-Pflegenote

Mit Pflegenoten werden Pflegeeinrichtungen bewertet, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch XI – Soziale Pflegeversicherung – erbringen. Hierbei handelt es sich um ein bundesweites Instrumentarium, mit dem die Qualität der Stationären Pflegeeinrichtungen transparent und einheitlich dargestellt werden soll.

Einmal jährlich soll vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) eine Prüfung der stationären Einrichtungen vorgenommen werden.

Es werden vier Prüfbereiche bewertet, die dann eine Gesamtnote ergeben. Vergeben werden bei der Bewertung die Notenbereiche sehr gut (1,0) bis mangelhaft (5,0).

Bei den vier Prüfbereichen handelt es sich um folgende Themengebiete:

  • Entgelt für die allgemeinen Pflegeleistungen, Behandlungspflege und soziale Betreuung gestaffelt nach Pflegegrad, sowie die Ausbildungsumlage (pflegebedingte Kosten)
  • Entgelt für Unterkunft und Verpflegung
  • Entgelt für nicht geförderte Investitionskosten (Kosten für Gebäudeabnutzung, Miete, Inventar, etc.)
  • Pflege und medizinische Versorgung
  • Umgang mit demenzkranken Bewohnern
  • Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung
  • Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene

Die vier Prüfbereiche werden gleichmäßig gewichtet.

Der zusätzliche fünfte Prüfbereich umfasst die Befragung der Bewohner, das Ergebnis fließt allerdings nicht in die Gesamtwertung ein.

Detaillierte Informationen finden Sie unter folgenden Internetadressen:

www.aok-pflegeheimnavigator.de
www.bkk-pflegefinder.de
www.pflegelotse.de 
www.pflegenoten.de

Ihre Rechte

Sie schließen mit der Einrichtung einen Vertrag für Kurzzeitpflege ab. Hier werden u.a. die Leistungen des Heimes und die Kosten geregelt.

Der Vertrag muss vom Kurzzeitpflegegast selbst, einer/einem Bevollmächtigten bzw. einer gesetzlichen Betreuerin/einem gesetzlichen Betreuer unterschrieben werden. Grundsätzlich gelten in Einrichtungen der Kurzzeitpflege das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) und das Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz (WTPG).

Die Heimaufsichtsbehörde kontrolliert die stationären Einrichtungen im Landkreis. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zu überwachen und Missstände durch Beratung, Anordnungen und Auflagen zu beseitigen.

Prüfungen erfolgen regelmäßig oder anlassbezogen. Die Heimaufsichtsbehörde nimmt auch Beschwerden von Bewohnerinnen/Bewohnern und deren Angehörigen entgegen.

Die aktuelle Broschüre Kurzzeitpflege finden sie hier.

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