Betreutes Wohnen

Betreute Wohnungen entsprechen den veränderten Bedürfnissen von Senioren. Manch einem ist die Wohnung oder das Haus mit Garten zu groß geworden, die Anforderungen an das Wohnumfeld haben sich geändert. Das Leben in der bisherigen Wohnung wird zunehmend beschwerlicher, man denkt daran, die verbleibenden Kräfte für andere Dinge einzusetzen. Eine Unterstützung durch andere Wohnbedingungen ist dann hilfreich. Da ist es beruhigend zu wissen, dass Hilfe organisiert werden kann, wenn man sie benötigt, ohne dass man seine Selbstständigkeit und seine eigenverantwortliche Alltagsgestaltung aufgeben muss. Betreute Wohnungen sind eine solche Hilfe, denn Sie funktionieren nach dem Prinzip „So selbstständig wie möglich, so viel Hilfe wie nötig“.

Eine Betreute Wohnung sollte mit großer Sorgfalt ausgewählt werden, da die Angebote sehr unterschiedlich sind und außerdem jeder Mensch spezielle Vorstellungen hat, wie er leben möchte. Der eine bevorzugt wohnortnah oder in der Nähe von Angehörigen eine barrierefreie Wohnung mit geringen weiteren Leistungen, der andere möchte in eine Wohnung in der Nähe eines Pflegeheimes umziehen.

In der Broschüre Betreutes Wohnen erhalten Sie einen Überblick über die Angebotsstruktur der Betreuten Wohnungen im Landkreis Ludwigsburg. Ich hoffe, dass wir Sie auf diese Weise bei Ihrer Entscheidung unterstützen können. 

Pflegestützpunkte

Pflegestützpunkt Baden-Württemberg Landkreis Ludwigsburg

Informationen zum Pflegestützpunkt Landkreis Ludwigsburg finden Sie hier.

 

 

Pflegestützpunktverbund der Städte im Landkreis

Informationen zum Pflegestützpunktverbund der Städte im Landkreis finden Sie hier.

Beratungsstelle für barrierefreies Bauen und Wohnen

Ein möglichst langes selbständiges Leben in der vertrauten Umgebung kann durch Anpassungen der Wohnung maßgeblich unterstützt werden. Eine Beratung durch ein multiprofessionelles Team hilft, auch vor Ort, gemeinsam gute und bezahlbare Lösungen zu finden. Die Prüfung von barrierefreien Wohnungen, auch per Planungsunterlagen, ist ebenfalls möglich.

Deutsches Rotes Kreuz
Kreisverband Ludwigsburg e.V.
Beratungsstelle für barrierefreies Bauen und Wohnen
Brigitte Seiferheld
Alt-Württemberg-Allee 41
71638 Ludwigsburg
Tel. 07141/1 21-2 45
Fax 07141/1 21-2 22
seiferheld(at)drk-ludwigsburg.de
www.drk-ludwigsburg.de

Sprechzeiten:
Mittwoch 9:00- 12:00 Uhr
Donnerstag 14:00- 17:00 Uhr 
und nach Vereinbarung

Besonderheiten von betreuten Wohnungen

Der Begriff Altenwohnung oder Betreute Wohnung ist nicht geschützt. Charakteristisch für das Betreute Wohnen ist die vertragliche Zusicherung einer Grundversorgung - der sogenannten „Betreuung“ - in Verbindung mit der freien Wählbarkeit zusätzlich benötigter Hilfe- und Pflegeleistungen.

Ein Betreuungsvertrag mit fester Betreuungspauschale ist allerdings nicht zwingend notwendig. Ein wesentliches Merkmal für Betreute Wohnanlagen in dieser Broschüre ist jedoch eine Kontaktperson vor Ort, die selbst Beratung und Unterstützung anbieten bzw. vermitteln kann.

Der Umfang der Angebote der Betreuungspauschale variiert in den verschiedenen Wohnanlagen. Es empfiehlt sich deshalb, die jeweils angebotenen Leistungen sowohl inhaltlich wie preislich zu vergleichen.

Baulich unterscheiden sich diese Wohnanlagen z.B. durch Aufzüge, Schwellenfreiheit, Gemeinschaftsräume und Begegnungsmöglichkeiten vom herkömmlichen Wohnungsbau. DIN 18025 Teil 1 und 2 beschreiben die baulichen Anforderungen für das barrierefreie Wohnen für behinderte und ältere Menschen und wurden bei neueren Wohnanlagen angewendet.

Die Wohnanlagen können zertifiziert sein, z.B. mit dem „Qualitätssiegel Baden-Württemberg Betreutes Wohnen für Senioren“. Nähere Informationen erhalten Sie bei den Wohnanlagen.  

Beim Pflegestützpunkt Landkreis Ludwigsburg ist eine Adressenliste von barriere-freien Wohnanlagen erhältlich, die nicht in Verbindung mit Betreuungsleistungen vergeben werden. Es handelt sich hierbei entweder um öffentlich geförderte Wohnungen, die von über 60-jährigen mit Wohnberechtigungsschein bezogen werden können oder um barrierefreien Wohnraum. Diese barrierefreien Wohnungen befinden sich entweder eingestreut in Neubauten mit mehr als 4 Wohneinheiten oder als gesamt barrierefrei gestaltete Häuser. Die Wohnungen erfüllen nicht notwendigerweise die Anforderungen der DIN 18025 Teil 1 oder 2, sind aber an den Wohnbedürfnissen älterer Menschen orientiert.

Voraussetzungen für den Einzug

Die meisten Wohnanlagen haben einige Grundkriterien:

  • Der Nutzer muss entweder über 60 Jahre alt sein oder einen Behindertenausweis mit mindestens 50% Grad der Behinderung besitzen. Bei (Ehe-)Paaren kann ein Partner die Kriterien nicht erfüllen.
  • Bei Einzug in eine betreute Altenwohnung muss der Haushalt noch selbstbestimmt und eigenverantwortlich geführt werden. Bei Paaren mit einem Pflegebedürftigen ist der gesunde Partner verpflichtet, die Pflege mit Hilfe von ambulanten Diensten zu übernehmen. 
  • In Betreuten Wohnanlagen ist nachts ausschließlich eine Rufbereitschaft über Hausnotruf vorhanden. Die jeweiligen Einsätze werden als Zusatzleistung abgerechnet.
  • Ein unregelmäßiger nicht planbarer Bedarf an Pflege kann ein Ausschlusskriterium bei der Aufnahme sein.

Entscheidungskriterien

Die Wahl einer Wohnung wird nach ganz individuellen Auswahlkriterien getroffen. Diese können sein:

  • Barrierefreiheit der Wohnung und des Wohnumfeldes
  • Nähe zum bisherigen sozialen Umfeld
  • Behindertengerechte Ausstattung
  • Verfügbarkeit der Wohnung
  • angebotene Leistungen und pflegerische Maximalversorgung
  • Ehrenamtliches Engagement in der Wohnanlage
  • Räumliche Nähe/Anbindung an ein Pflegeheim
  • Kosten
  • Größe und Ausstattung der Anlage
  • Lage des Hauses mit seiner Nähe zu Geschäften und kulturellen/religiösen Einrichtungen
  • Verkehrsanbindung
  • Haustierhaltung erlaubt

Leistungsbeschreibung

Mit der Anmietung einer betreuten Wohnung schließen Sie in der Regel zwei Verträge ab (Mietvertrag und Betreuungsvertrag). Leistungsangebot und Kosten der Betreuungspauschale sind sehr unterschiedlich. Mögliche Leistungen der Betreuungspauschale sind:

  • Hausnotruf: Der ausgelöste Alarm informiert eine Rettungszentrale. Manchmal ist der Hausnotruf nicht in den Kosten der Betreuungspauschale enthalten. Hat der Bewohner eine Pflegestufe, wird  der Hausnotruf bei Alleinstehenden mit 18,36 € von der Pflegekasse übernommen.  
  • Erste Hilfe im Krankheitsfall
  • Hausmeisterdienst, technische Wartung, Müllabfuhr, Kehrwoche, Gartenpflege, Reinigung der Gemeinschaftsräume
  • Ansprechpartner im Haus (der zeitliche Umfang variiert stark von kurzer
    wöchentlicher Bürozeit bis zu einer in Teilzeit beschäftigten Betreuungskraft)
  • Vermittlung von Hilfsdiensten und Hilfestellung bei behördlichen Angelegenheiten
  • Organisation von Gemeinschaftsveranstaltungen
  • Hilfe beim Umzug in ein Pflegeheim bei ständiger Pflegebedürftigkeit

Durch die Wahlleistungen kann der Bewohner auch bei nachlassender Leistungsfähigkeit und zunehmender Hilfsbedürftigkeit in der dann vertrauten Umgebung verbleiben. Die nach Hilfebedürftigkeit differenzierten Leistungen können vom Anbieter Ihrer Wahl erbracht werden.

Informationen zur Suche eines Pflegedienstes erhalten Sie in unserer Broschüre „Ambulante Dienste“.

Die Wahlleistungen, die extra abgerechnet werden, sind typischerweise:

  • Gemeinsames Mittagessen (siehe Adressenteil der Broschüre Betreutes Wohnen)
  • Wäscheversorgung
  • Hauswirtschaftliche Versorgung
  • Fahrdienst
  • Einkaufsservice
  • Pflegerische Leistungen durch ambulante Dienste
  • Vorübergehende Pflege bei Krankheit
  • Haustierversorgung

Wie lange ein Verbleiben in der Wohnung möglich ist, hängt vom Krankheitsbild, den Kosten, dem Umfang der Unterstützung durch Angehörige, Freunde und ambulante Dienste ab. Bei hohem Hilfs- oder Pflegebedarf muss mit einem Umzug in eine
Pflegeeinrichtung gerechnet werden. Sinnvoll ist es, für diesen Fall ein Sonderkündigungsrecht zu vereinbaren.

Bevor Sie eine Entscheidung für den Umzug in eine Betreute Wohnung treffen, ist es empfehlenswert, sich von den in Frage kommenden Einrichtungen einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, das Gespräch mit dem Vermieter/Verkäufer sowie mit der Organisation, die die Betreuungsangelegenheiten regelt, zu suchen und - wenn möglich - ein Probewohnen zu vereinbaren.

Finanzierung

Bei geringer Rente besteht eventuell ein Anspruch auf  Wohngeld.

Die Städte Bietigheim, Ditzingen, Kornwestheim, Ludwigsburg, Remseck/Neckar  und Vaihingen/Enz haben eigene Wohngeldstellen. Wohnen Sie in einer der anderen Gemeinden im Landkreis Ludwigsburg, wenden Sie sich an das Landratsamt Ludwigsburg.

Die Höhe der anerkannten höchsten Kaltmiete variiert bei einer Einzelperson zwischen 330 €, 358 € oder 385 € je nach Mietstufe des Ortes. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer zuständigen Wohngeldstelle nach den Mietobergrenzen.

Förderung des Wohnungsbaus

Das Landeswohnraumförderungsprogramm 2013 unterstützt schwerbehinderte Menschen mit speziellen Wohnbedürfnissen beim Erwerb behindertengerechter Wohnungen sowie durch Anpassung der vorhandenen Wohnungen an die Bedürfnisse schwerbehinderter Menschen („altersgerecht Umbauen“). Wer, was und wie gefördert wird, welche Einkommensgrenze einzuhalten ist sowie weitere Informationen erhalten Sie beim:

Landratsamt Ludwigsburg
Hindenburgstraße 40
71638 Ludwigsburg
- Wohnbauförderung -
Katja Hellmann
Tel. 07141 144-2425

L-Bank (Landeskreditbank Baden-Württemberg)
Tel. 0800 150-3030 (kostenlose Hotline)
www.l-bank.de / Privatpersonen/Mietwohnraum

Kredite für Umbaumaßnahmen und Ersterwerb von barriere-reduzierten Wohngebäuden

Infocenter der KfW Bankengruppe
Tel. 0800 539-9002 ( kostenfreie Servicenummer)
www.kfw.de
Programmnummer 159

Ziel ist, unabhängig vom Alter zinsgünstige, langfristige Finanzierung von Maßnahmen zum Barriereabbau im Wohnungsbestand zu fördern.

Weitere Informationen

Information und Beratung zum Mietrecht und Betreuten Wohnen bietet auch der Deutsche Mieterbund (DMB):

Mieterbund für Stadt und Kreis Ludwigsburg e.V.
Asperger Straße 19
71634 Ludwigsburg
Tel. 07141/92 80 71
Fax 07141/92 09 78
info(at)mieterbund-ludwigsburg.de
www.mieterbund-ludwigsburg.de

Geschäftszeiten:
Montag bis Donnerstag 10:00 - 16:00 Uhr
Freitag 10:00 - 14:00 Uhr

Beratungsstellen in Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Ditzingen, Kornwestheim, Marbach/Neckar, Vaihingen/Enz.

Schutz der Bewohner

Grundsätzlich gelten in den Betreuten Wohnungen die Bestimmungen des Wohn- und Betreuungsvertragsgesetzes und des Landesheimgesetzes Baden-Württemberg nicht. Die Gesetze schützen die Würde, die Interessen und die Bedürfnisse der Bewohner.

Allerdings gelten diese Gesetze, wenn alle Leistungen (Miete, Betreuung, Pflege usw.) vertraglich verpflichtend von einem Träger erbracht werden. Dies ist im Adressenteil bei den betreffenden Wohnanlagen vermerkt.

Heimaufsichtsbehörde, Landratsamt Ludwigsburg
Stefanie Rathgeb
Hindenburgstraße 40, 71638 Ludwigsburg
Tel. 07141 144-2370

Literatur

Leben und Wohnen im Alter 2. komplett überarbeitete Fassung Hrsg. Stiftung Warentest Erscheinungsdatum: 23.08.2011 19,90 € ISBN: 978-3-86851-036-2

Auf der Suche nach der passenden Wohn- und Betreuungsform
Ein Wegweiser für ältere Menschen
Hrsg. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Stand November 2009
Bezugsstelle:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
11018 Berlin
Tel. 030/20179130


Die aktuelle Broschüre Betreutes Wohnen finden Sie hier.

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